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Baku – Metropole am Kaspischen Meer

Baku, Aserbaidschan

Baku, Aserbaidschan. Ein Reisebericht.

Mal was Anderes machen. Orte besuchen, die noch nicht so oft fotografiert wurden und auch für mich ein paar neue, interessante Motive bereit halten. Baku steht seit einiger Zeit ganz oben auf der Liste. U.a. wegen meiner Lieblingsarchitektin Zaha Hadid, die eines ihrer wohl schönsten Gebäude in der aserbaidschanischen Hauptstadt zu stehen hat. Das Heydar-Aliyev-Center. Dieses Gebäude war der Auslöser für meinen Wunsch diese Stadt zu besuchen. Mittlerweile interessieren mich besonders die arabischen Ländern enorm. Teils aufgrund der Architektur aber auch aufgrund der Kultur, der Gastfreundschaft und der Menschen an sich. Aserbaidschan ist in meinem Kopf allerdings ein unbeschriebenes Blatt. Ich habe keinerlei Vorstellungen was mich erwarten könnte und möchte ohne großartige Vorstellungen die Hauptstadt erkunden. Mein Kollege Michael Reibert war gleich Feuer und Flamme. Hotel und Flug waren schnell gebucht und nun sitze ich im Istanbuler Flughafen und warte auf meinen Weiterflug nach Baku.

Leider gibt es von Berlin aus kaum Direktflüge, sodass ich über die türkische Hauptstadt fliegen musste. Auf dem Flughafen Istanbul Atatürk Havalimanı herrscht durchgängig Chaos. Es ist voll und laut. Ein Drehkreuz zwischen Europa und Asien und ein Schmelztiegel verschiedenster Kulturen. Spannend allemal, denn es gibt viel zu sehen. Von hier sind es nur noch gute zwei Stunden Flugzeit bis Baku.
Im Rahmen der Reisevorbereitungen ist es wichtig zu wissen, dass ein Touristenvisum für den Aufenthalt in Aserbaidschan beantragt werden muss. Dies kann online oder direkt bei der aserbaidschanischen Botschaft beantragt werden. Kostengünstiger ist der Onlineantrag. Zudem habe ich mich auf die Krisenliste des auswärtigen Amtes eintragen lassen. Im Falle diverser Konflikte hilft mir das auswärtige Amt bei der schnellen Ausreise. Aserbaidschan und das Nachbarland Armenien sind nicht die besten Freunde, um es entspannt auszudrücken.
Besondere Impfungen vor Reiseantritt sind nicht zwingend notwendig. In wenigen Teilen Aserbaidschans gibt es ab und an Ausbrüche der Malaria aber Baku gilt seit Jahren als Malariafrei.
Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und Aserbaidschan beträgt drei Stunden. Wir landen pünktlich um 22 Uhr Ortszeit. Bei der Pass- und Visakontrolle lernen wir zwei Geschäftsreisende aus Deutschland kennen, die uns ein paar wertvolle Tipps im Umgang mit den Taxen in Baku geben. Die Fahrpreise sollten vor Fahrtantritt mit dem Fahrer verhandelt werden. Die wenigsten Taxifahrer nutzen ihre Taxameter und berechnen gern einen inoffiziellen Touristenaufschlag für die eigene Tasche. Gut zu wissen. Vor dem Flughafengebäude wartet eine riesige Meute von Taxifahrern auf die angekommenen Reisenden um sie in die Stadt zu bringen.

Die beiden eben kennen gelernten Geschäftsleute sind so nett und nehmen uns in ihrem Hotelshuttle mit zu ihrem Hotel, das von Unserem nur noch einen Katzensprung entfernt ist. Meganett!
Unser Hotel ist der Hammer. Zentrale Lage mit vielen Möglichkeiten zum Essen gehen und einkaufen. Der Empfang ist sehr nett und zuvorkommend und das Zimmer ist ein Traum! Hoteltipp von mir: Das Sapphire Inn. Gute Lage, guter Preis und wirklich tolle, große Zimmer! Unser erster Eindruck ist überraschend positiv. Die Leute sind wahnsinnig freundlich und die Verpflegung ist nicht so teuer wie wir es uns zuerst vorgestellt haben. Für 10 Manat, umgerechnet ca. 5€, bekommen wir köstliches Pide zum Abendessen.

Hotel Sapphire Inn, Baku

Hotel Sapphire Inn, Baku

Frisch gestärkt durch ein reichhaltiges Hotelfrühstück fahren wir zu dem Gebäude, das mich neugierig auf Baku gemacht hat. Taxi fahren in Baku ist wahnsinnig günstig. Wir befolgen den Ratschlag von gestern Abend und fragen unseren Taxifahrer brav nach dem Fahrpreis. 11 Manat, was umgerechnet ungefähr 5,50€ sind, für die Fahrt zum 5 Kilometer entfernten Heydar-Aliyev-Center. Für Baku etwas teuer wie wir später erfahren werden aber für unser Verständnis vom Taxifahren wahnsinnig günstig. Um böse Überraschungen zu vermeiden ist das Erfragen ein besonders guter Tipp.

Heydar-Aliyev-Center, Baku

Heydar-Aliyev-Center, Baku

Das Heydar-Aliyev-Center ist für mich der Inbegriff für mutige, moderne und organische Architektur. Leider ist Europa diesbezüglich nicht besonders reich gesegnet. Das von Zaha Hadid entworfene und 2012 eröffnete Gebäude beherbergt ein Kulturzentrum und ist Anziehungspunkt für viele Touristen und Architekturfans. Die filigranen Strukturen und geschwungenen Linien sind ein Muss für jeden Architekturliebhaber und Fotografen. Nach der ersten Runde um das Gebäude beginnen wir unsere Stative aufzubauen und das erste Foto zu schießen. Pünktlich beim ersten Auslösen werden wir freundlich vom ersten Sicherheitsbeamten des Tages darauf hingewiesen, dass das Fotografieren des Gebäudes auf dem Stativ verboten ist. Den Grund für das Stativverbot kann er uns nicht nennen. Er befolgt nur die Anweisungen und das Ausstellen einer Fotogenehmigung ist angeblich nicht möglich. Ob es sich dabei um urheberschutzrechtliche Gründe oder Sicherheitsbedenken handelt, ist nicht herauszubekommen. In weiser Voraussicht habe ich noch vor der Reise versucht eine Fotogenehmigung zu erhalten. Leider erfolglos. Also fahren wir volles Risiko immer mit dem Gedanken im Nacken jederzeit des Platzes verwiesen zu werden.

Wir schauen uns das Gelände rund um das Kulturzentrum genauer an, mit dem Gedanken im Hinterkopf, den nächsten Fotografieversuch am nächsten Morgen zu starten. Wir geben nicht auf.
Nach dem Mittagessen fahren wir zu einer weiteren Sehenswürdigkeit, den Flame Towers. Der markante Hochhauskomplex, bestehend aus drei Gebäuden die züngelnden Flammen angelehnt sind, wurden 2012 fertig gestellt und dominieren das Stadtbild Bakus. Der Komplex dieser beeindruckenden Gebäude fügt sich perfekt in die historische Architektur des Viertels oberhalb der Stadt ein. Und das Beste daran. Wir können uns frei bewegen ohne auf unsere Stative angesprochen zu werden. Ab und an kommt ein Sicherheitsbeamter aus seinem Büro und erkundigt sich über uns. Nach einem kurzen Gespräch klopfen sie uns in der Regel mit einem Lächeln auf den Rücken. Weiter machen Jungs. Daumen nach oben. Megafreundlich diese Aserbaidschaner. So macht Fotos schießen Spaß.

Wir machen uns auf den Weg ans Wasser. Ein Riesenrad, das Baku Eye, das eher der Aussicht denn des Vergnügens gilt, soll unser nächstes Motiv sein. Wir wandern von den Flame Towers langsam den Berg hinunter Richtung Schnellstraße, schnurstracks zum Riesenrad. Viele Motive warten am Ufer des Kaspischen Meeres auf uns. Leider schaffen wir am Abend nur noch das Riesenrad aus verschiedenen Perspektiven abzulichten. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit werden wir hungrig und ergattern unser Abendessen in einem Restaurant nahe unseres Hotels. Wieder gibt es Pide mit Hühnchen. Saulecker und spottgünstig. Essen in Baku ist generell wesentlich günstiger als in Deutschland. Nur mit einer Sachen sollten sich besonders die Nichtraucher anfreunden. Das Rauchen in öffentlichen Einrichtungen, auch in Restaurants, ist gestattet und wird gern ausgenutzt.

Flame Towers, Baku

Flame Towers, Baku

Der nächste Morgen startet ohne Frühstück. Kurz vor Sonnenaufgang kommen wir mit dem Taxi erneut am Heydar-Aliyev-Center an. 10 Manat, das sind umgerechnet 5 €, für eine 20-minütige Fahrt durch Baku. Es ist noch dunkel und stark bewölkt. Der schöne Sonnenaufgang fällt aus. Perfekt für die Fotos, die ich machen möchte. Wir suchen uns langsam aber sicher die ersten Standpunkte um so schnell wie möglich arbeiten zu können bevor wir von der Security weggeschickt werden. Langsam wird das Licht besser und der Morgen startet. Wir beginnen zu fotografieren, in der Hoffnung, dass uns die Sicherheitsbeamten des Gebäudes nicht so schnell entdecken. Ich schaffe es drei Fotos zu schießen. Zum ausgewählten Standpunkt eilen, Stativ aufbauen, abdrücken, weiter rennen. Bei Michael schaut es ähnlich aus, bis uns der Beamte flotten Schrittes entgegen stürmt und uns darauf hinweist, dass das Fotografieren verboten ist. Wir tun ahnunglos und verwickeln den Herren in ein Gespräch bis die letzte Aufnahme fertig ist. An diesem Morgen folgt das Stativverbot aber gleich dem Fotoverbot für den gesamten Tag. In der kompletten Umgebung hat sich das Militär und die Polizei versammelt. Nicht wegen uns, keine Sorge. Wir erfahren, dass aserbaidschans Präsident Ilham Alijev dem Kulturzentrum einen Besuch abstatten wird. Auf der Weiterfahrt zum nächsten Fotospot sehen wir, dass sich in der gesamten Stadt hunderte von Polizisten und Soldaten tummeln. Augenscheinlich will sich Herr Alijew auf seiner Fahrt durch Baku vergewissern, wie mächtig er ist. Dazu muss ich aber betonen, dass Polizei und Militär hier immer freundlich und hilfsbereit sind. Nach einem kurzen Blickduell wird man oftmals sogar mit einem Lächeln gegrüßt. Unser Mittagsmahl nehmen wir in einer kleinen Dönerbude nahe der Flame Towers ein. Die Gebäude stehen auch heute, neben einigen Spots am Wasser, nochmal auf dem Plan.

Alley of Martyrs, Baku

Alley of Martyrs, Baku

In dem Viertel oberhalb der Stadt befindet sich unweit der Flame Towers eine kleine Moschee. Direkt gegenüber thront ein mausgraues, klobiges Militärgebäude, dem man seine russische Vergangenheit deutlich ansieht. Auf gleicher Höhe befindet sich die Alley of Martyrs, die auf das Shahidlar Monument zuführt. Beide Denk- bzw. Mahnmäler sollen an die Toten im schwarzen Januar, genauer gesagt am 20. Januar 1990, erinnern, die durch die sowjetische Armee, sowie im Nagorno-Karabakh-Konfikt, getötet wurden. Aserbaidschans Vergangenheit war nicht immer rosig und es ist schockierend zu sehen, dass die letzten Kriege erst vor kurzer Zeit stattfanden. Ich werde mir bewusst wie wichtig und zerbrechlich Frieden ist und wie schnell das vorbei sein kann, was wir bis heute erreicht haben.

Unser nächstes Ziel ist die Crystal Hall und die neu gebaute Promenade am Kaspischen Meer. Die Planungen für dieses Bauprojekt begannen 2011 und nur sieben Monate später konnte die Halle mit zwei Monaten Verspätung aufgrund von schlechten Witterungsbedingungen eröffnet werden. Von solchen Bauzeiten träumen wir hierzulande und es ist erstaunlich, das so ein Koloss mit Platz für 23.000 Menschen in so kurzer Zeit fertig gestellt werden konnte. Die Crystal Hall kennen Einige von Euch eventuell durch den Eurovision Song Contest, der 2012 in Baku stattfand.
Nur ein Sicherheitsbeamter lässt sich kurz außerhalb der Hall blicken. Er schaut kurz rüber und verzieht sich daraufhin wieder in sein Büro. Hinter uns dösen ein paar Gartenarbeiter auf dem Rasen vor der Halle. Alles friedlich, kein Grund zur Eile.

Zu Abend essen wir am Fountains Square, der Einkaufsmeile in Baku. Für die Unentschlossenen gibt es hier reichlich Auswahl. Es gibt georgische, italienische, japanische, türkische und natürlich auch aserbaidschanische Küche. Mc Donalds darf auch nicht fehlen. Zur Einstimmung auf meinen bevorstehenden Trip nach Italien im November esse ich, ganz klassisch, Spaghetti.

Um 06.40 Uhr klingelt der Wecker. In Deutschland ist es jetzt 3:40 Uhr. Die Zeitumstellung macht mir am dritten Tag noch etwas zu schaffen aber ich bin fitter als erwartet.

Crystal Hall

Crystal Hall, Baku

Wir fahren nach dem Frühstück erneut zum Heydar-Aliyev-Center. Das hoffentlich letzte mal für diese Reise. Ein paar Taxifahrer rufen uns bereits mit unseren Namen zu sich heran wenn sie mitbekommen, dass wir nach einem Taxi Ausschau halten und auch wir haben bereits einen Lieblingsfahrer. Ahmed. Ein untersetzter, kleiner Mann, der es liebt sportlich und rasant durch Baku zu düsen. Eine Hand liegt immer auf der Hupe, die ständig genutzt wird. Man könnte meinen Ahmed hupt aus Reflex. Anfahren, bremsen, hupen. Und immer so weiter bis wir am Ziel angekommen sind.
Es regnet. Durch den weißen Marmorboden ergeben sich wundervolle Spiegelungen. Die Regentropfen auf der Linse rauben mir den letzten Nerv aber am Ende bekomme ich die Fotos heraus, die ich mir vorgestellt habe. Das Aufstellen des Stativs lohnt sich bei diesem Wetter nicht, sodass uns die Sicherheitsbeamten gewähren lassen. Nach gut drei Stunden geht es pitschnass zurück in unser Hotel. Der gemeine Sprühregen gepaart mit Wind von vorn setzt sich den ganzen Tag durch, sodass ich nachmittags das Fotografieren an der Heydar Moschee im Norden Bakus aufgebe zu der wir erst motiviert und dann enttäuscht aufgebrochen sind. Fluchend setze ich mich ins Taxi. Perfektes Licht, perfektes Motiv, mangelhafte Umsetzung weil der Regen irgendwie immer von vorn kam. Zudem ist Michael das Essen des Vortages nicht bekommen, sodass auch ihm eine Pause ganz Recht ist.

Wir erkunden in aller Ruhe die Straßen in der näheren Umgebung des Hotels. In Baku leben und arbeiten arm und reich eng beieinander. Ich persönlich fühle mich schon etwas angezogen von diesen kleinen, uralten und kaputten Häusern in denen immernoch viele Menschen auf engstem Raum leben. Eine Straße weiter tun sich riesige Baustellen auf. Wahrscheinlich werden neue Bürogebäude oder Hotels gebaut. Die Kontraste, die hier herrschen sind enorm. Die Menschen sind gut gekleidet, gebildet und wahnsinnig freundlich und wirken wie Fremdkörper in den herunter gekommenen Straßenzügen. Und doch leben sie dort und sind fester Bestandteil dieser Szenerie. Abends herrscht wieder heile Welt. Wir lassen es uns gut gehen und suchen ein typisch aserbaidschanisches Restaurant am Fountain Square auf.

Der Letzte Tag beginnt entspannt mit dem obligatorischen Hotelfrühstück. Anschließend versuchen wir uns erneut am gestrigen Motiv, der Heydar-Moschee. Eine große, reichlich verzierte Moschee, die sich auf einem der zahlreichen Hügel im Norden der Stadt befindet. Diesmal erwischen wir einen uns unbekannten Taxifahrer in den typisch englischen Taxen. Er wirkt unsicher und manövriert uns von einem Verkehrsstau in den Nächsten. Zudem kennt er den Weg zu einer der größten Moscheen Aserbaidschans nicht. Totales Verkehrschaos. Aus vier aufgezeichneten Spuren machen die Autofahrer sechs Spuren. Jeder fährt kreuz und quer und es scheint keine Verkehrsregeln zu geben. Die muss es aber geben, denn die Polizei, die in Baku außergewöhnlich starke Präsenz zeigt, fischt sich des Öfteren ein paar Autos raus und hält sie an. Obwohl wir unseren überforderten Fahrer mit Google Maps die Stadt lotsen verfahren wir uns ständig. Sprachprobleme. Rechts ist für ihn links und geradeaus nicht geradeaus. Oben ist für ihn wahrscheinlich auch unten aber nach einer 45-minütigen Fahrt erreichen wir dennoch unser Ziel. Unser Fahrer wischt sich den Angstschweiß von der Stirn und bekommt für seine Mühen noch ein kleines Trinkgeld. Der Arme ist selbst fix und fertig.

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Heydər məscidi | Baku 2017

Überraschung. Kaum haben wir uns vor der Moschee aufgebaut kommt auch schon Sicherheitsbeamte und möchte uns gerade des Platzes verweisen. Er möchte sichergehen, dass wir nicht für Film, Fernsehen und Presse arbeiten. Verstört und irritiert betont er immer wieder in gebrochenem Englisch, dass wir mit sehr teurem und professionellem Equipment arbeiten und er nicht so recht glauben kann, dass wir aus Spaß an der Freude fotografieren. Nach einer Weile guten Zuredens und dem Zeigen unserer bereits geschossenen Fotos können wir ihn dennoch überzeugen. Sobald ein Stativ im Spiel ist geht die Security davon aus, dass die Fotos sofort an die Nachrichtenagenturen und Bildarchive dieser Welt gesendet werden. Die Skepsis gegenüber Fotografen ist groß.

Die Moschee ist ein Traum! Das Gebäude ist ein riesiges architektonisches Meisterwerk durch ihre perfekten Proportionen und den zahlreichen Verzierungen und Ornamenten am Bauwerk. Selbst Rolltreppen und ein Lift für Rollstuhlfahrer wurden an der Vorderseite des Gebäudes angebaut um die Gläubigen zum Gebet zu bewegen. Neben der Sheikh-Zayed-Mosque in Abu Dhabi ist das die schönste Moschee, die ich je gesehen habe. Ich bin froh, dass wir die Moschee noch in unserem Zeitplan unterbringen konnten. Ein zweites großes Gotteshaus wartet noch im Osten der Stadt, aber das müssen wir uns wohl wir unseren nächsten Besuch aufheben.
Wir fahren weiter zum Olympiastadion, das der Münchener Allianzarena ähnelt. Leider ist das Stadion großräumig abgesperrt. Wir nehmen an, dass die Absperrungen aufgrund von Sicherheitsvorkehrungen aufgestellt wurden. Das Taxi fährt uns direkt zum Besuchereingang wo ein Sicherheitsbeamter sofort aus seinem Häuschen stürzt und sich nach dem Grund unseres Besuches erkundigt. Schließlich findet keine Veranstaltung statt. „Wir wollen das Stadion von außen fotografieren!.“ teilen wir ihm mit. Er schnappt sich sein Mobiltelefon und scheint sich bei seinem Vorgesetzten vergewissern zu wollen, ob das in Ordnung geht. Kurz danach gibt er uns den Hörer. Eine freundliche Stimme teilt uns mit, dass wir eine Führung durch das Stadion bekommen können.

Olympicstadiumbaku

Bakı Olimpiya Stadionu, Baku

Wir sind herzlich eingeladen. Skeptisch und vorsichtig sagen wir zu. Warum sollten wir aus heiterem Himmel eine Führung angeboten bekommen? Auf dem Parkplatz wartet Farid, der PR-Manager des Stadions, auf uns. Er begrüßt uns freundlich und nimmt sich wahnsinnig viel Zeit für uns. Farid führt uns durch die leeren Stockwerke und bringt uns direkt in das Herz des Stadions. Fotografieren dürfen wir alles und jeden mit so viel Zeit wie wir benötigen. Wir haben freie Hand. Nebenbei berichtet er uns über die Geschichte des Stadions von der Planung bis hin zu den letzten Veranstaltungen. Wahnsinnig nett! Anschließend werden wir noch zum Mittagessen eingeladen. Farid ist Gold wert. Er gibt uns wertvolle Tipps für unseren Trip durch Baku, erzählt viel über das Stadion und die Konflikte mit dem Nachbarstaat Armenien.

Nach einer Weile beginnt er aus seinem Privatleben zu plaudern. Ich bin noch immer ganz begeistert über so viel Gastfreundschaft und Vertrauen. Gute drei Stunden sind vergangen und wir verabschieden uns von unserem Guide, der uns soeben noch ein Taxi gerufen hat, das uns zurück in die Innenstadt bringen soll. Mit diesem Highlight geht für uns eine wundervolle Städtereise zu Ende, die ich nicht missen möchte. Baku entpuppte sich als moderne, wahnsinnig gastfreundliche Stadt, die ich jederzeit wieder besuchen würde und höchstwahrscheinlich auch werde. Überall strahlende und interessierte Gesichter, mit denen wir immer ohne Probleme ins Gespräch kamen. Die Leute sprachen zwar nur wenig englisch aber mit Händen, Füßen und etwas Geduld konnte sich Jeder auf sein Gegenüber einlassen. Eine Erfahrung, die mich sehr bereichert hat.
Auch fotografisch war die Reise mehr als erfolgreich und lohnenswert. Viele der Motive in Baku sind ein imposantes Beispiel für mutige und moderne Architektur, die selbst in Europa nur schwer zu finden ist. Dazu kommt dieser Kontrast zwischen religiösen, historischen und modernen Bauwerken, der in Baku teilweise extrem, was positiv gemeint ist, zur Geltung kommt.